Förderlinien der Stiftung UNESCO-Weltkulturerbe Kloster Lorsch

Die Stiftung UNESCO-Weltkulturerbe Kloster Lorsch fördert im Zusammenhang mit dem UNESCO-Weltkulturerbe Kloster Lorsch stehende Projekte sowie Aktivitäten, die die europäische Bedeutung dieser Welterbestätte und ihrer kulturellen Aspekte unterstreichen. 
Die Förderung erfolgt auf der Basis der folgenden Richtlinien:
- Die Stiftung leistet einen Förderbeitrag/finanzielle Unterstützung von jährlich maximal 5000 Euro für Aktivitäten und Projekte, wie sie in den folgenden Förderlinien beschrieben sind. Die Förderung kann auch nur in einer anteiligen Finanzierung an entstehenden Kosten bestehen.
- Bezogen auf die nachfolgenden Förderlinien können jederzeit formlose Anträge auf Förderung beim Vorstand der Stiftung eingereicht werden.
- Über die Bewilligung entscheidet der Stiftungsvorstand im Benehmen mit der Welterbestätte Kloster Lorsch unter Hinzuziehung von Stiftern und ausgewiesenen Experten.
- Die geförderten Projekte/Personen sollen die geförderten Aktivitäten in öffentlichen Medien wie Presse, Rundfunk, Fernsehen, Internet (Homepage, Social Media) mit Erwähnung der Förderung durch die Stiftung kommunizieren; dies ist der Stiftung z. B. durch Übersendung der Kommunikationsprodukte und/oder einen Bericht zugänglich zu machen.
- Die geförderten Personen und Institutionen bzw. ein Repräsentant sollten am jährlichen öffentlichen Stiftungstag in Lorsch (Jazz am Kloster, Tag des offenen Denkmals) teilnehmen und dort gegebenenfalls über die geförderten Aktivitäten berichten.
- Förderlinien und einzelne Projekte können jährlich priorisiert, erneuert oder ausgeschrieben werden.

Die Stiftung verfolgt drei Förderlinien, die im Folgenden auch anhand exemplarischer Felder und Projekte beschrieben werden:

1. Regionale Vernetzung und Partnerschaften der Welterbestätte Kloster Lorsch im Raum Südhessen/Starkenburg/Kreis Bergstraße

1.1. Belebung der regionalen Partnerschaften (bislang Biblis, Bensheim, Heppenheim) und Ausbau des Netzwerks: Veranstaltung mit Vertretern (Bürgermeister, Magistrat, Kulturamt, Vereine) der eingebundenen Kommunen und weiteren potentiellen „Kandidaten“
1.2. Historische Orte des Klosters Lorsch in der Region: Erhaltung/Schutz, Dokumentation, (touristische) Anbindung an die Welterbestätte: Klosterruine Heiligenberg bei Schloß Heiligenberg Jugenheim; Hubengüter im Odenwald (Wald-Michelbach). Vor allem die Klosterruine Heiligenberg stieß auf großes Interesse, zumal eine Stiftung Heiligenberg Jugenheim existiert, die sich um das Schloß kümmert. Mit dem Bürgermeister Dr. Weber (ein Historiker, der über Kurmainz gearbeitet hat und den ich kenne) gibt es für Wald-Michelbach mit seinen ehemals 11 Hubengütern, die auf das Kloster zurückgehen und von denen zumindest noch ein Hof erhalten ist, einen kompetenten und interessierten Ansprechpartner.
1.3. Informationsmaterial/Werbeträger wie Handy-App, Homepage, Flyer, Broschüre oder Karte zu den historischen Orten des Klosters Lorsch in der Region (eventuell mit Kreis Bergstraße und Geopark)
1.4. Tag der Regional-/Heimatforschung Provinz Starkenburg (Lorscher Workshop mit Vereinen und Heimatforschern aus der Provinz/Region Starkenburg): Lorscher Urkunden und ihre Bedeutung für die Heimatforschung; 3-4 Referenten (Mahlerwein, Mainz, Worms), die über die Stiftung finanziert werden.

2. Schulen und Bildungseinrichtungen im Kreis Bergstraße

Gefördert werden können insbesondere die folgenden Aktivitäten von Schulen und Lerngruppen, die einen Bezug zur Welterbestätte aufweisen sollen
2.1. Förderung Gymnasien im Kreis Bergstraße (Starkenburg-Gymnasium und AKG Bensheim) im Hinblick auf Erwerb Status einer UNESCO-Projektschule (mit Einbindung/ Fokus auf die Welterbestätte Kloster Lorsch)
2.2. Austausch/Kooperation mit Partnerkreisen Kreis Bergstraße: Schweidnitz und Kaunas: Vernetzung mit den dortigen Welterbestätten Archäologische Stätte Kernavė (Kaunas) und Friedenskirche (Świdnica); Veranstaltung zur Kontaktaufnahme mit Vertretern Schweidnitz und Kaunas (gemeinsam mit dem Kreis Bergstraße: Frau Redemann)
2.3. Aktivitäten von Schulen im Kreis Bergstraße: Exkursionen/Besuche zur Welterbestätten Lorsch; Schülerprojekte zum Thema Weltkulturerbe oder zur Welterbestätte; Förderung der Museumspädagogik

3. Wissenschaft und Vermittlung

Gefördert werden können wissenschaftliche Aktivitäten und Arbeiten (insbesondere Qualifikationsarbeiten), die sich primär mit dem UNESCO Welterbe, einer Welterbestätte oder dem Kloster Lorsch beschäftigen und vor dem Abschluss stehen oder bereits abgeschlossen sind, durch:
3.1. Internationales Praktikum: Praktikanten/Studierende, internationale Ausschreibung, vierwöchiger Aufenthalt in Lorsch, Welterbestätte stellt Unterkunft, Stiftung finanziert Reise und Verpflegung (ca. 2000 €); eventuell Anbindung an Universitäten Heidelberg oder Darmstadt
3.2. Kurzzeitstipendien für Forschungen zum Kloster Lorsch oder den Abschluss einer Arbeit (1000 Euro, max. 3 Monate)
3.3. Virtuelles Repositorium Lauresham: Aufbau virtuelles Repositorium Lauresham durch Digitalisierung (Quellen, Urkunden, 100 Musikstücke) und 3D-Scans des archivalischen Depots in Lorsch (mittels Scanstraße Frauenhofer Inst.)
3.4. Förderung Veröffentlichungen/Qualifikationsarbeiten insbesondere durch Druckkostenzuschüsse zu Publikationen (Carolin Schreiber: HiKo; Abschlussarbeit Uni Cottbus)
3.5. „Gefährdete Welterbestätten“ / „verlorenes Welterbe“: Veranstaltungen mit Repräsentanten gefährdeter Welterbestätten und/oder Menschen/Flüchtlingen, die in Welterbestätten gearbeitet haben.