GESCHICHTE DER STIFTUNG

Die Geschichte der Stiftung UNESCO-Weltkulturdenkmal Kloster Lorsch

Bereits 1998, nach der Gründung des Vereines Kuratorium Weltkulturdenkmal Kloster Lorsch e.V., gab es Bestrebungen, eine Stiftung zu gründen. In diese Stiftung sollte die Arbeit von Prof. Manfred Koob zu digitalen Rekonstruktionen von Weltkulturdenkmälern eingehen. Seine Sammlung „Architectura Virtualis“ sollte in Lorsch aufbewahrt und weiterentwickelt werden. Als Träger wurde idealerweise eine Stiftung als geeignet angesehen. Treibende Kräfte waren das Kuratorium, Prof. Dr. Joachim-Felix Leonhard und die Stadt Lorsch. Die Umsetzung scheiterte am Widerstand der zuständigen Landesbehörden in Wiesbaden.
2005 kam der Stiftungsgedanke mit Vehemenz wieder auf. Die Zersplitterung der Zuständigkeiten für das Welterbedenkmal Lorsch einschl. dem Museumszentrum führten zur permanenten Lähmung und zu einer ineffizienten Verwaltung. Zudem war es unter diesen Rahmenbedingungen praktisch unmöglich, private Sponsoren zu gewinnen. In einem gemeinsamen Positionspapier des Kreises Bergstrasse (Landrat Matthias Wilkes), der Stadt Lorsch (Bürgermeister Klaus Jäger) und Kuratorium Weltkulturdenkmal mit Unterstützung des zuständigen Staatssekretärs Prof. Jochim-Felix Leonhard wurde die Schaffung einer übergeordneten Organisationsstruktur, einer Stiftung, für alle dem Welterbe Lorsch zugehörenden Einheiten gefordert.
In einer großen Runde aller betroffenen Stellen und Organisationen bei Ministerpräsident Roland Koch am 20. April 2007 wurde von diesem die Gründung einer übergeordneten Betriebsgesellschaft für alle dem Weltkulturdenkmal zuzuordnenden kulturellen Einheiten in Lorsch (einschl. dem Museumszentrum), gemäss dem gemeinsamen Positionspapier von Kreis Bergstrasse, Stadt Lorsch und Kuratorium, angeordnet. Parallel sollte eine Stiftung gegründet werden, in welcher die Betriebsgesellschaft dann „mit der Zeit“ aufgehen solle.
Ein Arbeitskreis wurde formiert, unter der Federführung der „Verwaltung Schlösser und Gärten2 (VSG), und unter Mitwirkung von Landrat Wilkes, Bürgermeister Jäger und dem Vertreter des Kuratoriums (Ernst-Ludwig Drayß, Bruno Eichhorn, Prof. Hochbruck). Dieser Arbeitskreis erarbeitete den Entwurf für eine gemeinnützige GmbH als übergeordnete Dachorganisation für Lorsch. Widerstand gab es allerdings immer noch von der VSG, welche eine Umsetzung verzögerte.
Als dann im Zuge der zugesagten Fördermittel für die Welterbestätte Lorsch im Rahmen des Konjunkturprogrammes 2009 plötzlich erhebliche Mittel für Investitionen in Lorsch bereit standen, ließ das zuständige Ministerium die Stiftungs-Idee fallen. Auch bei der Stadt Lorsch wurden die Prioritäten anders gesetzt, nämlich auf „Kosten-Deckelung“.
Das Kuratorium Weltkulturdenkmal Kloster Lorsch jedoch trieb die Stiftungsgründung weiter voran und unter seiner Federführung  konnte die Stiftung in 2011 gegründet werden. Der ursprüngliche angedachte Stiftungszweck, nämlich als Dachorganisation für alle dem Welterbe Lorsch zuzurechnenden Stätten zu agieren, stand nicht mehr zur Diskussion. Die Stiftung konzipierte deswegen einen „Stiftungswettbewerb“ und konzentriert ihre Arbeit auf die Förderung von Partnerschaften, eines Stiftungswettbewerbes und auf Kooperationen.