Hymne zum Lorscher Stadtjubiläum

Deutsch-armenische Partnerschaft: Robert Amirkhanian komponiert Titel
Ernst-Ludwig Drayß zu Gast beim armenischen Ministerpräsidenten in Eriwan

Hymne zum Lorscher Stadtjubiläum

 

Lorsch. Die deutsch-armenische Partnerschaft war Thema beim Treffen des Bensheimers Ernst-Ludwig Drayß, langjähriger Vorsitzender des Kuratoriums Welterbestätte Kloster Lorsch, mit dem armenischen Ministerpräsidenten Dr. Tigran Sargsyan in dessen Büro in Eriwan.


Tigran war er es, der diese Unesco-Partnerschaft zwischen den Weltkulturdenkmälern Lorsch und Kloster Geghard im Jahre 2002 tatkräftig anschob und unterstützte. Angeregt wurde es damals von Drayß, der als Finanzexperte eng mit der Armenischen Zentralbank zusammenarbeitete und Gründungsvorsitzender des Kuratoriums Weltkulturdenkmal war.
Sargsyan war Präsident der Zentralbank - und so ergab es sich, dass die geschäftliche Beziehung schnell in eine Kultur-Partnerschaft mündete. In der Folge war Tigran Sargsyan mehrmals in Lorsch, etwa bei der Unterzeichnung der Partnerschaft im Juni 2002. Jetzt, als Ministerpräsident des Landes, interessiert es ihn sehr, was aus der damaligen Idee wurde. Drayß konnte nun berichten, dass die Partnerschaft "sehr offen interpretiert" wurde. Mehr noch als die Beziehung zwischen Lorsch und Geghard hätten sich aus der Initiative vielfältige partnerschaftliche Beziehungen in ganz Deutschland entwickelt, informierte er.
Eine große Rolle spielte bisher die Musik, verkörpert durch Chöre wie dem Geghard-Chor, der auch dank der Partnerschaft zwischenzeitlich einen hohen Ruf in Deutschland genießt. Wichtig sei aber auch die Begegnung mit einfachen Menschen auf dem Lande in Armenien, deren Gastfreundschaft und Kulturbegeisterung immer wieder Erstaunen bei den deutschen Gästen hervorrufe.
Bisher wurden die partnerschaftlichen Aktivitäten weitestgehend privat finanziert und beruhen auf Initiativen von Privatpersonen. Drayß erwähnte hierbei die Gründung des Vereines "Noah" mit Sitz in Heppenheim, in dem viele Aktivitäten gebündelt sind.

Großes Interview im Fernsehen

Ein weiterer Aktivposten der Partnerschaft sei der bekannte Unternehmer Johannes Kärcher geworden, der über den Besuch eines Konzertes des weltbekannten Chores des Kloster Geghard zu "Noah" fand und die Partnerschaft tatkräftig unterstützt.
Sargsyan zeigte sich erfreut, dass insbesondere über die Brücke der Musik so viele Aktivitäten laufen. "Wo man singt, da herrscht Frieden", erklärte er. Natürlich hatte auch Sargsyan schon davon gehört, dass der weltbekannte armenische Komponist Robert Amirkhanian ein Galakonzert anlässlich des zehnjährigen Jubiläums der Partnerschaft gab und dass er für die Stadt Lorsch zum 1250-jährigen Jubiläum 2014 eine Hymne komponieren werde.
Schließlich lief kürzlich im armenischen Fernsehen eine große Reportage über das Galakonzert und es war ein langes Interview mit Ernst-Ludwig Drayß über die Verbindungen zwischen Lorsch und Geghard mitzuerleben.
Es ist ein Wunsch der armenischen Seite, die partnerschaftlichen Beziehungen in Armenien auf mehrere Regionen auszudehnen. Erwähnt wurde besonders auch Artik in Nordwest-Armenien. Dort gibt es unter anderem einen gut erhaltenen deutschen Soldatenfriedhof.
Die Partnerschaft genieße in Armenien eine hohe Anerkennung, bestätigte Tigran Sargsyan. Die armenisch-apostolische Kirche hat keinen geringeren als den Leiter der interkulturellen Beziehungen, Bischof Hovakim Manukyan, als direkten Gesprächspartner bestimmt. Derzeit bemüht sich dieser intensiv um ein Gespräch, beziehungsweise ein Treffen mit dem Leiter der Welterbestätte in Lorsch, Dr. Hermann Schefers, berichtet Ernst-Ludwig Drayß.
Die armenische Kirche würde gerne Vertreter der vier Partnerklöster - nämlich Lorsch, Müstair in der Schweiz, Haein-sa in Korea und Kloster Geghard in Armenien - zu einem Austausch nach Armenien einladen. Dann sollte auch der Inhalt der Partnerschaft erneuert, beziehungsweise neu definiert werden, erklärte Drayß.
Im Juni dieses Jahres wird eine Delegation der Rotarier aus Bensheim Armenien be

suchen und dabei auch in entlegenere Regionen wie Artik kommen wird. Ernst-Ludwig Drayß überreicht Ministerpräsident Tigran Sargsyan einen Bildband über Lorsch. red

Bergsträßer Anzeiger, Dienstag, 23.04.2013