Die besten Ideen sollen mit Geld belohnt werden

Tag des offenen Denkmals: Welterbe-Stiftung stellte bei Jazz am Kloster neue Initiative vor
Die besten Ideen sollen mit Geld belohnt werden

Lorsch. Frischer Impuls der Stiftung Unesco WeltkulturerbeKloster Lorsch: Für die innovative Vermittlung des Welterbe-Gedankens nach außen vergibt die Stiftung ab sofort alle zwei Jahre einen Preis. Die Idee dahinter ist eine aktive wie barrierefreie Auseinandersetzung mit dem Weltkulturdenkmal. "Es soll für jedermann erlebbar und verstehbar sein", so Stiftungsvorstand Dr. Norbert Bräuer aus Bensheim.

Die Preisvergabe folgt exakt der Satzung vom Februar 2011, die eine umfangreiche Förderung der Welterbestätte in kultureller, wissenschaftlicher und historischer Art festschreibt. Damit werde der Anspruch, die facettenreiche Dimension des Welterbes einer breiten Öffentlichkeit näher zu bringen, in einer neuen Qualität gelebt, so Breuer gestern beim "Tag des offenen Denkmals", an dem die Stiftung nach längerer Pause die traditionelle Lorscher Reihe "Jazz am Kloster" wiederaufleben ließ. An diesem Datum soll jeweils die Preisverleihung stattfinden - und zwar erstmals im September nächsten Jahres. Meldungen für den neuen Wettbewerb können bis zum 30. Juni 2017 an die Stiftung Unesco-Weltkulturdenkmal Kloster Lorsch eingereicht werden, und zwar unter der Adresse:
Postfach 1313 in 64653 Lorsch. E-Mail: post@stiftung-kloster-lorsch.org

Maximal 10.000 Euro vergeben

Der Stiftungspreis in Höhe von maximal 10 000 Euro wird im zweijährigen Turnus vergeben und kann an einen oder mehrere Preisträger vergeben werden. Wenn keine preiswürdigen Bewerbungen vorliegen, kann die Vergabe auch ausgesetzt werden. Das unterstreicht den qualitativen Anspruch des Wettbewerbs. Über die Preisvergabe und die Höhe des Preisgeldes entscheidet eine Jury, die sich aus Experten und Mitgliedern der Stifterversammlung zusammensetzt.

 

Mitmachen können Einzelpersonen, Schulen, Unis, Vereine, Unternehmen, staatliche und kommunale Einrichtungen oder sonstige Institutionen auch über die Metropolregion hinaus: auch Bewerbungen aus dem Ausland werden berücksichtigt. Bei der Ausschreibung kooperiert die Stiftung mit den Metropolregionen Rhein-Neckar und Frankfurt/Rhein-Main sowie dem Land Hessen, Hessens Welterbebeauftragten, der Deutschen Unesco-Kommission und regionalen Welterbestätten.
Gefragt sind innovative pädagogische und didaktische Konzepte, durch die Welterbestätten als Kristallisationspunkte nationaler Kultur im Kontext interkultureller Bedeutungszusammenhänge begreifbar werden, so die Stiftung. Von Interesse sind regionale, nationale und internationale Netzwerke und Initiativen, die sich der zentralen Idee des Welterbes - eine Kultur des Friedens - am jeweiligen Standort verpflichtet fühlen. Aber auch Projekte, die Welterbestätten dauerhaft und nachhaltig als besondere Orte der Integration und Inklusion betonen, haben Chancen auf eine Auszeichnung.

Ernst-Ludwig Drayß, Vorsitzender der Stifterversammlung, betont den offenen Charakter der Ausschreibung. "Wir machen keinerlei Vorgaben. Es geht um die Ideen aus der Bevölkerung." Die Stiftung interessiert sich auch für Partnerschaften mit Bildungsträgern - von der Elementarpädagogik bis zu fachgruppenspezifischen Bildungsprogrammen, in denen Welterbestätten als Orte des lebensbegleitenden Lernens greifbar werden. Daneben können auch Projekte eingereicht werden, die sich der touristischen Vermittlung und einer verantwortungsbewussten Vermarktung von Welterbestätten verschreiben.

Bräuer kündigt an, dass sich die Stiftung im Dialog mit dem Kuratorium und der Schlösserverwaltung weiter dafür stark machen werde, das "Kulturjuwel" auf dem Klosterareal nach vorne zu bringen. tr


Die Stiftung
Stifter sind das Kuratorium Weltkulturdenkmal Kloster Lorsch, die GGEW AG, die Volksbank Darmstadt-Südhessen eG, die Familien Gerhard Jakobi und Ernst-Ludwig Drayß sowie die Unternehmen TE Connectivity, Dr. Reckeweg & Co. GmbH, Dietz AG, Dr. Beier & Partner, Richard Schneider, Harald Günter Scheller und der Verein Noah zur Förderung der kulturellen Beziehungen zwischen Armenien und Deutschland.
Zuletzt kamen die Wohnbau Bergstraße mit Sitz in Bensheim, der Lorscher Unternehmer Friedel Drayß vom Back- und Brauhaus sowie Frank Löffelholz vom gleichnamigen Herrenmodegeschäft dazu.
Das Stiftungskapital beträgt 150 000 Euro. Stiftungsziel ist seit der Gründung 2011 die Förderung sämtlicher Projekte und Aktivitäten, die dem Erhalt des Welterbes und seiner kulturellen Bedeutung dienlich sind.
Durch Kooperationen und Partnerschaften wird das internationale Netzwerk permanent weiter ausgebaut und Völkerverständigung aktiv gelebt. Lorsch soll dabei die Bühne, aber kein begrenzter Handlungsspielraum sein. tr

© Bergsträßer Anzeiger, Montag, 12.09.2016, Bilder: Neu