Die Stiftung UNESCO-Weltkulturdenkmal Kloster Lorsch fördert die Herstellung eines Filmes zu der Austellung „ Geschichte schöpfen – Quellen aus einem Brunnen“

Im 30. Jahr der Verleihung des UNESCO Welterbetitels an Kloster Lorsch bringt eine Jubiläumsausstellung einmalige Funde aus einem alten Brunnen zum Vorschein. Die multimediale Schau „Geschichte schöpfen – Quellen aus einem Brunnen“ zeigt dem Publikum vom 6. Oktober 2021 an erstmals einen seltenen „Atzmann“. Die Skulptur aus dem 13. Jahrhundert ist ein steinerner Pultträger, der sich jetzt in die kleine Zahl erhaltener Exemplare dieses Typus einreiht: Nur 19 weitere waren bisher bekannt.

Der „Atzmann“ und viele andere spektakuläre Architektur- und Figuren-Werkstücke waren in der Wandung eines barocken Brunnens verbaut. Sie stammen aus der zerstörten Lorscher Nazarius-Basilika, von der nur noch ein Baufragment existiert. Sie war einst als „Wunder an Pracht und Schönheit“ gerühmt worden. Die Neuentdeckungen lassen auf eine Blütezeit klösterlicher (Bau)Kunst auch in nachkarolingischer Zeit schließen. Neben der Präsentation der im Brunnen entdeckten Skulptur- und Architekturfragmente ist ein vielseitiges Vermittlungsangebot in Planung. Unter anderem soll mit einem Film die ungewöhnlichen Fundumstände, die Bergung der Werkstücke sowie ihre Restaurierung und Erforschung anschaulich erklären. Der Film soll auch nach Ablauf der Ausstellung für die Besucher des Klosters bzw. über die Webseite zugänglich sein. Die Stiftung fördert die Erstellung des Filmes mit einem nennenswerten Betrag.